UBRC: 10 Fragen an den Bundestrainer

Lange war es ein Geheimnis, jetzt die Überraschung für euch exklusiv: Wir freuen uns, euch heute ein Interview mit Torsten Schippe, dem Trainer der deutschen XVer Rugby Union Nationalmannschaft der Herren präsentieren zu können. Viel Spaß beim Lesen!

Bundestrainer Torsten Schippe (© DRV 2012)

Torsten Schippe ist seit April 2010 der Bundestrainer unserer Nationalmannschaft und war auch schon als Spieler sehr erfolgreich. In seiner aktiven Karriere auf den Positionen Nummer Acht und Flanker konnte er mit seinem Team, dem DSV 78 Hannover, 1990 und 1991 zwei nationale Meisterschaften feiern. Später gelangen ihm in den zehn Jahren (1993 – 2003) als Trainer des DRC Hannover fünf Meisterschaften und zwei Pokalsiege. Zwischen 2000 und 2001 war er schon einmal Nationaltrainer, ein Posten, den er nunmehr bereits seit zwei Jahren inne hat. Wir sind sehr stolz, dass er sich für uns die Zeit genommen und uns ein paar Fragen beantwortet hat.

UBRC: Wie sind Sie zum Rugby gekommen?

Torsten Schippe: Über die Familie. Ich bin 1959 geboren und Mitte der 60`er Jahre, war das Vereinsleben viel ausgeprägte als heute. Mein Vater hat Rugby gespielt und die Kinder waren eben immer dabei.

Was fasziniert Sie am meisten an diesem Sport?

Sein Facettenreichtum, die Disziplin, die Anforderungen an die Sportler und die Trainer. Eine Mannschaftssportart in der es ausschließlich auf das Team ankommt und die Individualität eines Sportlers zweitrangig ist.

Was war Ihr schönstes Erlebnis im Laufe Ihrer Karriere?

Davon gibt es einige und ich kann gar nicht sagen, welches schöner war. Siege mit der Nationalmannschaft sind immer ein schönes Erlebnis, aber auch die Meisterschaften mit dem DRC Hannover bleiben unvergessen, ebenso die Erfolge als Aktiver.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen guten Rugbyspieler aus? Welche Fertigkeiten sollte er mitbringen?

In erster Linie ist es seine persönliche Einstellung zum Rugbysport. Niveauunterschiede kann man bis zu einem bestimmten Grad, damit kompensieren. Darüber hinaus, sehe ich auch in allen Ligen immer wieder gute Rugbyspieler, deren Fertigkeiten ihrem Niveau entsprechen, auch das sind gute Rugbyspieler. Sollte ich über die Ausbildung und Fertigkeiten der Nationalspieler sprechen, dann würde die Zeit hier sicher nicht ausreichen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Rugby in Deutschland?

In welcher Variante ? Das XV – Rugby wird es sehr schwer haben, sich weiterhin zu entwickeln. Die letzten starken U18 Jahrgänge des DRV/DRJ haben sich in ihrer Altersklasse immer mit Six Nations Gegnern auseinander setzen müssen und waren dabei immer auf Augenhöhe. Leider gibt es im DRV keine U-Mannschaften nach der U18 und so können wir die Spieler nicht weiter entwickeln, im Gegenteil, wir verlieren sie. Da wir im Herrenbereich, die Spieler der 7er Variante ebenfalls aus der XV Variante rekrutieren, sehe ich dieser Entwicklung nicht gelassen entgegen. Die bekannt, angespannte finanzielle Situation des DRV´s, basierend auf dem verantwortungsvoll geführten Sanierungskonzeptes lässt ebenfalls kaum Spielraum.

Worauf legen Sie als Trainer Wert? Was steht bei Ihrem Coaching im Vordergrund?

Das richtet sich selbstverständlich nach dem Leistungsniveau der Mannschaft und welche Bereiche des Spiels grundlegend verbessert werden müssen. Basics sind in allen Belangen des Spiels unverzichtbar. Aber es kommt grundsätzlich auf ihre Wahrnehmung, ihre Intuition und ihr Fingerspitzengefühl an. Eine tragfähige Führungsstruktur entsprechend meines Führungsstiles.

Welcher Spieler oder Trainer war/ ist für Sie ein Vorbild? Warum?

Hier habe ich ganz verschiedene Ansätze und Blickrichtungen. Ich habe sicherlich einige Favoriten, werde aber niemals etwas kopieren. Ich arbeite sehr gern mit „ sub unit Experten“, wie Balie Swart oder seinem neuseeländischen Kollegen Mike Cron. Großartige Menschen, einzigartige Trainer und vorbildliche Botschafter unseres Sports.

Was kann man aus dem Rugbysport für sich persönlich in den Alltag mitnehmen?

Entwicklungspsychologisch ist es wichtig, dass wir lernen, gesetzte Ziele zu erreichen das stattet die Teilnehmer mit Kompetenz und Handlungsfähigkeit aus. Disziplin, Verantwortung und Fairness sind einige der bedeutsamsten Eigenschaften, die wir mitnehmen.

Sie haben ja sowohl als Spieler als auch als Trainer große Erfolge gefeiert. Haben Sie darüber hinaus einen Traum, ein großes Ziel oder einen besonderen Wunsch, den Sie sich als Trainer noch erfüllen wollen würden?

Selbstverständlich habe ich als Trainer ein Ziel, sonst brauchte ich den Job nicht ausüben. Mein persönliches Ziel ist es, eine DRV XV- Mannschaft zu entwickeln und zu formieren, die aus sportlicher Sicht mit den Fähigkeiten und der nötigen Substanz ausgestattet ist, in der aktuellen ENC – Gruppe problemlos zu bestehen und den Aufstieg mühelos bewältigen kann.

Haben Sie einen Tipp für unsere Spieler/unser Team?

Ladet mich zu einem Training ein, dann kann ich diese Frage beantworten.

Herr Schippe, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen Ihnen persönlich alles Gute und als Trainer der Nationalmannschaft weiterhin viel Erfolg!

Das Gespräch führten Hanna Roeloffs und Hagen Schmidt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s